Mittwoch, 4. September 2013

Rom! Teil 3

Es läuft ja nicht immer alles so, wie man sich das vorstellt. So erscheinen Blogposts dann auch mal später als gedacht, goldene Blog Boosting Regeln werden außer Acht gelassen und im Urlaub in Rom ist auch nicht alles eitel Sonnenschein. Und dann ist die versprochene letzte Liste auch noch einen Punkt kürzer, als alle anderen. Tja. Man kann halt nicht alles haben.

Aber ohne weitere Umschweife hier nun die lang erwartete Liste der Dinge, die an Rom nerven. Und zwar big time. Zumindest, wenn man ich ist. Da das nur auf mich zutrifft, könnt ihr für euch selbst entscheiden, ob ihr das auch so seht. Dafür müsst ihr aber erstmal nach Rom fahren. Also los!

4. Die Touristen
Ja, ich weiß. Im Juli, also zur Hauptreisezeit, nach Rom zu fahren und dann über die Touristenmassen zu moppern, ist ungefähr auf einem Niveau mit in Deutschland leben und über das Wetter meckern. Sinnlos. Aber, wie oben erwähnt: meine Liste, meine Nerven. Und die werden durch träge Menschenmassen extrem belastet. Morgens um halb 9 schon um 2 Ecken in der Warteschlange stehen? Nervig. Im Bus mit anderen verschwitzen Touris kuscheln? Nervig. Auf Treppen sitzen und umgerannt werden / irgendwo die Aussicht genießen und sich dumme Fragen anhören müssen / in erneuten Warteschlangen stundenlang auf Fußpilz starren und in Ausdünstungen stehen? Obernervig.

Morgens, halb 9 in Rom. Bissken wat voll.


3. Die Straßenverkäufer
Wo viele Touristen sind, wittern Plastikmagnaten und Ramschkönige das große Geschäft. Und schicken ihre armen Untertanen auf die Straße, um den sonnegeblendeten, durch die Hitze hirnverkochten, von Urlaubsendorphinen strotzenden und dadurch sehr dummen Zugereisten irgendeinen Schund anzudrehen. Plastikfächer in schillernden Farben, die nach zwei Mal wedeln auseinander fallen. Hüte und Schals, deren Chemiegeruch bei mir mehr Panik auslöst als damals der Zwischenfall in der Schule, als der Chemielehrer das Bromfläschchen fallen ließ. Postkarten, Sonnenbrillen, irgendein Quatsch aus Holz. Und natürlich das ständige Angebot "Wanna skip the line? Guided tour!". No, thank you.

Sortimentswechsel in 2 Sekunden. Von Fächern zu Regenschirmen.


2. Die Rosenverkäufer
Kommen wohl aus dem gleichen Kabuff wie die anderen Straßenhändler, haben aber noch eine etwas perfidere Art, zu nerven. So saß ich an einem der ersten Abende auf meinem Lieblingshügel Pincio, genoss die Aussicht über die ganze Stadt, hatte nette Musik im Ohr und auch mal gar nicht so schlimme Touristen um mich rum (s. Punkt 1), als ein schon fast niedlich deformierter Typ angeschlufft kam. Im Arm ein Bündel Rosen, in den Händen allerlei Krempel. "Wanna buy?" "No, thank you!". Da war ich noch nett. Und er legte mir eine Rose vor die Nase. Als Geschenk. Is klar. Naja, er schluffte von dannen, die Rose blieb an ihrem Platz und guckte sich mit mir weiter die Stadt an. Dabei verströmte sie diesen widerlichen Geruch von... naja, Rosen halt. Ich mag die einfach nicht. Egal. Jedenfalls kam Ette zurück und verlangte einen Euro. Und war sehr erbost, als ich ihm diesen nicht geben wollte. Ich mag nämlich weder Rosen, noch mir irgendeinen Quatsch aufdrängen zu lassen. Und deshalb ging der Euro (und noch etwas mehr) an den Musiker, der einfach nur nett in der Gegend stand und sang.

Um die Harmonie zu fördern, an dieser Stelle ein Stück Kuchen.

1. Die Lautstärke
Man kennt das z.B. aus dem Restaurant. Führen mehrere Menschen Gespräche in unterschiedlichen Gruppen, steigt der Lautstärkepegel immer weiter an, weil man sich irgendwann schlechter versteht. Letztendlich sitzen 20 Leute in einem kleinen Raum und brüllen sich die Seele aus dem Leib, um sich überhaupt noch verständigen zu können. Ungefähr so ist Rom. Nur sind es mehr Leute. Viele davon sind schon von vornherein mit einem, nun ja, lauten Organ ausgestattet. Und dann ist sich ja irgendwie auch noch jeder selbst der Nächste und möchte seine Meinung gehört wissen. Wenn Mutti dann am Brunnen steht, 20 Meter weiter weil Vatti keinen Sinn darin sieht, seiner Gemahlin hinter her zu gehen, sondern lieber mit breitem Kreuz kleinen Touristinnen den Blick versperrt; oder der Vespa-Fahrer hupend darauf aufmerksam macht, dass eine Straße kein Spazierweg ist; oder ein Kind dreimal so laut flennt als sonst, weil Mama ansonsten ja nicht mitkriegt, wie schlimm schrecklich es grade gefallen ist - dann PLATZT EINEM DER KOPF!

Und sie reden. Alle.


Aber Rom war schön. Wirklich.

Ich will doch nur meine Ruhe.

Kommentare:

  1. Grins,... aua! Ja ich kann dich verstehen. Und muss zugeben: ich verdränge sehr gerne, wie voll es naturgemäß an solchen Orten ist. Meist, weil ich eigentlich nie (außer einmal in Venedig und das war echte Quälerei - eine Schande in dieser wunderschönen Stadt) zur Hauptsaison irgendwo hin fahre.
    Ich fürchte allerdings dort ist es vermutlich immer so voll, seufz...
    Aber wie du schon schreibst: trotzdem schöööön!
    Lg

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    1. Ich glaube, außerhalb der Ferienzeiten ist es da gar nicht mal soooo schlimm. Und irgendwann blendet man die Massen auch aus. Aber nächstes Mal suche ich mir eine andere Jahreszeit aus. :)

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  2. Wir waren Anfang März, extra weit vor Ostern, in Rom. Blöderweise zur Papstwahl. :-(
    Ich glaube, dass Rom immer nahezu überfüllt ist. Allerdings hat man im März nicht diese Hitze, und die verschwitzten Touris bleiben einem erspart. :-)

    Die Straßenverkäufer haben mich auch extrem genervt.
    Mein Mann wurde irgendwann von einem Straßenverkäufer angequatscht, und er hat so getan, als würde er nur Spanisch verstehen.
    Der Verkäufer hatte so seine Probleme mit dem Spanischen, und von dem Zeitpunkt an, haben wir uns meistens in der Nähe dieser Straßenverkäufer nur noch auf Spanisch oder Französisch unterhalten.
    Das hat uns einige Herren vom Hals gehalten, und uns echt Spaß gemacht. ;-)
    Bei dem ständigen "Wanna skip the line? Guided tour!"-Angebot hat das allerdings nicht funktioniert. Die konnten alle Spanisch und Französisch. :-(
    Aber wir mussten meistens nicht mal so lange anstehen, außer an der Kuppel im Vatikan, und da gab es keine "Guided tour". :-(

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    1. Haha, guter Trick mit dem Spanisch. :) Die Kuppel war so ungefähr das Einzige, wo ich nicht anstehen musste. War aber auch in aller Herrgottsfrühe da und nachdem wir schon ewig vor dem Eingang zum Dom gewartet hatten, wollten die anderen Touris sich sicher erstmal drinnen abkühlen, bevor sie sich an den Auftsieg machten.

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  3. Oh, ich kann dich soooo gut verstehen! Uns ging es ja sehr ähnlich, als wir in Brügge waren. Auch zur Hauptreisezeit, erste Ferienwoche. Total blöd, sich sowas anzutun, wenn man eigentlich so gar nicht auf Menschenmassen steht.
    Aber schön sind sie, dieses Städte. Ja, das kann man sich vorstellen :)

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