Dienstag, 1. Oktober 2013

6 Jahre

Seit 2007 beginnt mein Lieblingsmonat mit Bauchweh. Damals war es ein Montag, ich in einem Praktikum, bei dem sich der Chef ab und an die Nase puderte, das Wetter sehr viel schlechter als heute. 2 Jahre zuvor war ich aus dem Heimatdorf in die Stadt gezogen und (was in der Natur der Sache liegt) einige Freundschaften waren seitdem etwas eingeschlafen. Diese eine, die ich hier meine, fand hauptsächlich schriftlich statt, alle paar Wochen sah man sich auf Parties oder an der Dorftanke und trotz der plötzlichen Distanz musste man nie viel sagen, um zu verstehen. Naja, was man zumindest so dafür hält, rückblickend betrachtet.

Der 1. Oktober war für mich der Start in den letzten Monat dieses nervig sinnlosen Praktikums. Für ihn der Start in den ersten richtigen Job. Im schicken Anzug noch schnell an der Tanke vorbei, bei der Chefin den letzten Lohn abholen und dann mit Papas Auto auf ins echte Leben. Nach der Diplomarbeit hatte man ihm in der Firma einen festen Job angeboten, ein super Einstieg direkt nach dem Studium. Die Kollegen waren alle toll und so schien er am ersten Abend direkt auf ein Feierabendbier mit ihnen in der Stadt versackt zu sein.

Am nächsten Abend machten sich die ersten Freunde auf die Suche. "Ist er bei dir?" Nein. War er nicht. In der Stadt hielt mich jetzt aber auch nichts mehr. Im Heimatdorf konnte ich nichts tun, außer zu warten. Und zu warten. Und zu warten. Der 03. Oktober kam, es regnete den ganzen Tag und hörte erst auf, als der Anruf kam. Diese Art Anruf, die man niemals bekommen möchte. Nach denen man auflegt und SICHER ist, dass es ein Scherz war. Ein schlechter zwar, aber ein Scherz. Naja, es war keiner.

Seitdem sind die ersten Tage des Oktober ziemlicher Mist. Auch bei Sonnenschein. Wir wissen heute mehr als damals, aber verstehen wird man es nie. Was bleibt, ist neben den Erinnerungen und einer handvoll unscharfen Fotos eine SMS, die ich seit 2005 nicht gelöscht habe.

"Hab dich lieb, du Lusche!"

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